Welche Schule soll es sein

Veröffentlicht am 21.06.2007 in Landespolitik

Welche Schule soll es sein? Informationsveranstaltung zum neuen Schulsystem .
Im Januar 2007 hat der schleswig-holsteinische Landtag ein neues Schulgesetz verabschiedet. Was heißt das für die Kinder, Eltern und Schulträger? Diese Fragen von kompetenter Seite beantwortet bekamen am 18. Juni 07 die Mitglieder des Arbeitsgebietes Lütjenburg-Land im Restaurant „Luv und Lee“.
Dr. Henning Höppner, Landtagsabgeordneter und bildungspolitischer Sprecher referierte vor gut besetztem Saal über die anstehenden Veränderungen in der Schullandschaft.

Wer jetzt in der ersten Klasse der Schwartbucker Grundschule ist, wird nämlich nach der vierten Klasse nicht mehr automatisch nach Schönberg zur Haupt- oder Realschule beziehungsweise nach Lütjenburg auf das Gymnasium wechseln. Statt der bisher bestehenden Hauptschulen und Realschulen wird es – sofern der Schulträger nicht lieber eine Gemeinschaftsschule beantragt - ab dem Schuljahr 2010/11 die neu eingeführte Regionalschule geben. Diese fasst die bislang getrennten Bildungsgänge zum Haupt- und Realschulabschluss in einer Schule zusammen, ohne jedoch auf die Trennung der beiden Leistungsstufen innerhalb der Schule zu verzichten.
Daneben wird es auf Antrag der Schulträger die neue Gemeinschaftsschule geben können, die alle Bildungsgänge zusammenfasst. Das Gymnasium bleibt erhalten, bekommt aber ein Schuljahr weniger (Abitur nach der 12. Klasse).
Eine Gemeinschaftsschule ist ein organisatorischer Zusammenschluss von bereits bestehenden Haupt- und Realschulen, die ein gemeinsames pädagogisches Konzept entwickelt haben und als offene Ganztagsschule arbeiten. In einer Gemeinschaftsschule bleiben alle Kinder in der 5. und 6. Jahrgangsstufe beisammen und erhalten den gleichen Unterricht. Eine Differenzierung nach „Schwierigkeitsgraden“ mit Hauptschul- beziehungsweise Realschulniveau beginnt ab Klasse 7, wobei weiterhin gemeinsamer Unterricht in manchen Fächern vorgesehen ist. Abschließend können der Hauptschul- und der Realschulabschluss gemacht sowie der Übergang in die gymnasiale Oberstufe erreicht werden.
Da es nach den PISA-Ergebnissen recht deutlich war, dass Deutschland mit seiner frühen Auslese und dem dreifach gegliederten Schulsystem im internationalen Vergleich eher schlecht abschnitt, ist die Gemeinschaftsschule aus SPD-Sicht die richtige Antwort. „Spätzünder“ und Kinder, deren Fähigkeiten im Elternhaus wenig erkannt und gefördert werden, haben durch das gemeinsame Lernen mit den „Starken“ einfach mehr Chancen, ebenfalls „entdeckt“ und gefördert zu werden, als wenn sie früh demotiviert und „abgeschoben“ werden.

 

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